Tag des europäischen Notrufs 112

Folgende Geschichte ist fiktiv, könnte aber so stattgefunden haben:

„Hier ist der Notruf, Feuerwehr und Rettungsdienst, wo genau ist der Unfallort?“

„Guten Tag, hier ist Frau Möller, ich bin in Mölln in der Schmilauer Straße und mir geht das nicht so gut, ich glaube ich brauche einen Arzt.“

„Okay Frau Möller, was genau sind denn ihre Beschwerden?“ „Seit 20 Minuten kann ich meine rechte Köperseite irgendwie nicht mehr so benutzen wie sonst, das macht mir sehr Angst.“

„Frau Möller, das kann ich absolut verstehen. Haben Sie noch irgendwelche Beschwerden, nehmen sie Blutverdünner?“ „Nein und nein, ich nehme nur was gegen meinen Blutdruck.“ „

Okay, ich werde die Kolleg:innen vom Rettungsdienst zu Ihnen schicken, wohnen sie alleine und in einem Einfamilienhaus? Können Sie schonmal die Tür öffnen?“ „Ja ich wohne alleine, mein Mann ist schon lange tot. Ich mache gleich die Tür auf, bitte seien Sie schnell, ich habe so Angst.“ „Wir beeilen uns, wenn sich etwas ändert, dann rufen Sie bitte erneut an“

 

Okay, das Ganze klingt nach einem Schlaganfall. Da brauche ich einen RTW. Der eine Möllner RTW ist gerade noch auf Wache. Aber Moment mal, der andere Möllner RTW kommt gerade aus dem Krankenhaus Ratzeburg zurück, der ist noch schneller am Notfallort. „60/83‑2 von Leitstelle Süd“ „60/83‑2 hört Sie Ortsausgang Schmilau“ „Geht für Sie einmal mit Sonder‑ und Wegerechten in die Schmilauer Straße, Mölln, dort Verdacht auf einen Schlaganfall.“ „60/83‑2 mit Sondersignal in die Schmilauer Straße, dort Schlaganfall, das ist so verstanden.“ So oder so ähnlich läuft es jeden Tag bei der 112 ab.

Heute, am 11.2. ist der Internationale Tag des Notrufes, da das Datum auf diese Nummer schließen lässt. Mit der 112 erreicht man den Rettungsdienst und die Feuerwehr, mittlerweile seit Dezember 2008 aus allen Mitgliedsstaaten der EU und das sogar gebührenfrei. Bei der 112 kann man aber auch an die Polizei oder den Kassenärztlichen Vertretungsdienst, besser bekannt als die 116 117, weitergeleitet werden. Grundsätzlich wird der Anruf von einer speziell ausgebildeten Person entgegengenommen.

Diese entscheidet dann, ob ein Notarzt, der Rettungsdienst oder die Feuerwehr zum Anrufer geschickt werden muss. Diese Person hat dann 60 Sekunden Zeit alle nötigen Informationen aus dem Anruf zu filtern und den Notruf an den Rettungsdienst zu übermitteln. Das Schleswig‑Holsteinische Rettungsdienstgesetz sieht vor, dass maximal 12 Minuten ab Anruf vergehen dürfen, bis ein Rettungsmittel bei einem Patienten ist.

Egal wo man sich im Land befindet. In Deutschland gibt es den einheitlichen Notruf erst seit 1973, auf Grund des Todes von Björn Steiger und den Bemühungen seines Vaters. 1991 hat die EU den europaweiten Notruf 112 zusätzlich zu den nationalen Notrufnummern eingeführt. Seit 1998 müssen die EU‑Staaten gewährleisten, dass die 112 aus allen Fest‑ und Mobilfunknetzen gebührenfrei angerufen werden kann. Seit 2003 sind die Telekommunikationsanbieter sogar dazu verpflichtet, bei einem Notruf den Standort des Anrufers zu übermitteln.

Wenn Sie die 112 anrufen, dann sollten sie sich nach den folgenden 5 Fragen richten: 1. Wo ist der Notfallort? 2. Was ist passiert? 3. Wie viele Verletzte gibt es? 4. Welche Art der Verletzung sind sichtbar? 5. Warten auf Rückfragen!